Elektromobilität / Lithiumabbau
21. Juni 2025
Elektromobilität braucht Lithium
Der Ausbau von Elektromobilität ist erklärtes Ziel der Bundesregierung (nicht
zuletzt wegen des Umweltschutzes!), wie sich durch zahlreiche Quellen im Internet,
die ich hier nicht aufzählen möchte, belegen lässt. Wir wissen das alle.
Elektrisch betriebene Transportmittel, die nicht schienengebunden sind oder den
Strom aus einer Oberleitung beziehen können (z.B.
Oberleitungsbusse) benötigen also einen Energiespeicher,
aus dem die Elektroenergie für den Antrieb bezogen werden kann: einen
Akkumulator
(wiederaufladbar), der (leider!) umgangssprachlich auch als
Batterie (nicht wiederaufladbar)
bezeichnet wird. Und diese modernen Energiespeicher benötigen Lithium.
Lithiumabbau weltweit
Die acht größten Lithium-Produzenten sind (Daten von 2023):
Aber die Gewinnung von Lithium hat negative Folgen für die Umwelt und oft sind auch – vor
allem in ärmeren Regionen – die sozial-ökonomischen Effekte nicht zu
vernachlässigen. Eine weitere Faktensammlung stelltEnBW zur Verfügung.
Hier haben wir also ein ernstes Dilemma: Um die Umwelt zu schützen (oder auch
nur zu entlasten), muss sie an gewissen Stellen ausgebeutet werden!
Was heißt das im Klartext? Zum einen ist immer wichtig, die Gesamt-Öko-Bilanz zu betrachten und weiter erkennen wir daraus, dass wirklicher Nutzen für unsere Erde wohl nur möglich ist, wenn die Menschen (die meisten / alle) ihre Lebensweise ändern (in diesem Fall: weniger Mobilität)! Alles andere wird nach meiner Überzeugung nicht zu durchschlagenden Änderungen führen (können). Und zu glauben, dass sich alle Probleme, die unser Wohlstand verursacht, mit technischen Mitteln lösen lassen, ist wohl auch ziemlich blauäugig.
Lithiumabbau in Serbien verhindern?
Am vergangenen Sonntag (15.06.2025) flatterte mir ein Newsletter ins Haus, in dem ich aufgefordert werde, meine Stimme für eine Petition gegen den Lithiumabbau in Serbien (Jadar-Projekt) abzugeben. Hmmm.
Wir lesen im Abschnitt Warum ist das wichtig? der Petition zum Beispiel:
Unabhängige Wissenschaftler*innen schlagen Alarm. Laut einer Studie, die in der Fachzeitschrift Nature erschien, zeigten Testbohrungen bereits, dass Wasser und Böden mit Arsen, Bor und Lithium verunreinigt sind.
Spontan denke ich mir da: wenn in der Natur bestimmte Stoffe vorkommen (siehe Lagerstätte Jadar), sollte es doch nicht verwundern, davon auch Spuren im Grundwasser zu finden. Es ist sicher unerlässlich, die Studie (engl.) komplett zu lesen, um diese – wie ich finde – plakative Aussage einschätzen zu können (deutscher Text). Tatsächlich werden wohl schon jetzt –also ohne den schädlichen Einfluss des geplanten Lihium-Abbaus – erhöhte Lithium-, Bor- und Arsen-Werte gemessen, die aber natürlichen Ursprungs sind (wenn ich die Studie richtig verstanden habe). Insofern halte ich die oben zitierte Aussage für etwas irreführend, weil sie in dem Zusammenhang einen anderen Sachverhalt vermuten lässt.
Weiter ist zu lesen:
Dabei wäre der Abbau in Deutschland längst möglich – wird aber wegen Umweltbedenken abgelehnt.
Elektromobilität ja, aber nur wenn's nicht „vor der eigenen Haustür“ schadet? Vielleicht nicht so gemeint, aber der Gedanke drängt sich mir auf …
Insgesamt hinterlässt die Petition bei mir einen nicht in allen Punkten schlüssigen Eindruck. Vielleicht ist der Text nur „ein wenig schludrig“ formuliert, ich fände es aber besser (es sollen ja viele Menschen erreicht werden!) wenn die Anliegen ohne sich aufdrängende Fragezeichen zum Ausdruck kämen.
Natürlich muss man sich mit diesen Dingen beschäftigen, um sich eine Meinung zu bilden, aber einen 9-seitigen Aufsatz in Englisch möchte ich eigentlich nicht durchlesen müssen.
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