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Energieversorgung Deutschland

1. August 2025


Publikationen der Regierung und regierungsnaher Stellen stellen die Versorgungssicherheit mit Elektroenergie als unbedingt gesichert dar, auch bei weiterem Rückgang grundlastfähiger Kraftwerke. Wie das allerdings technisch tatsächlich funktionieren soll, wird meistens nicht konkret beleuchtet. So dürfen also Zweifel an der sinnvollen (!) Durchführbarkeit der Energiewende durchaus untersucht werden.

Um die Energieversorgung in Deutschland auch zukünftig sicher zu stellen, sind grundlastfähige Energie-Erzeuger unbedingt notwendig, da die erneuerbaren Energien, auf die sich die Energiewende stützt (Solar, Wind) weder wirklich planbar sind, noch immer zuverlässig zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt die Industrie als wichtiger Garant unseres Wohlstands braucht aber eine verlässliche Energieversorgung, und das nicht nur, wenn die Sonne scheint und der Wind weht!

Natürlich gibt es auch Stimmen (oft von Professoren und Menschen, die lange Zeit im Energiesektor arbeiten oder gearbeitet haben), die vor möglichen Unsicherheiten warnen und (zu erwartende) Probleme als durchaus anzunehmende Szenarien beschreiben. Im politisch geprägten Diskurs finden diese wenig Gehör.

Meines Erachtens ist immer zu beachten, dass Deutschland im Weltvergleich ein kleines Land ist und klima-relevante Fragen nur global gelöst werden können. Klimaziele durchzusetzen, deren Realisierung ernsten ökonomischen Schaden für das Land anrichtet, ist also unter Berücksichtigung des geringen Effekts für den Globus zumindest fragwürdig.

Wer heute solche Gedanken äußert (und mögen diese noch so begründet sein!), wird ganz schnell als Leugner oder zumindest Verharmloser des Klimawandels diffamiert. Dabei ist dies in vielen – wenn nicht gar den meisten – Fällen überhaupt nicht das Ziel, sondern lediglich der Aufruf, mit diesen Dingen doch bitte fundiert und sinnvoll umzugehen und politische Ziele nicht über wissenschaftliche Erkenntnisse oder Überlegungen zu stellen. Schließlich wissen wir alle: wer den zweiten Schritt vor dem ersten macht, wird hinfallen.

An dieser Stelle möchte ich einige Überlegungen anhand von Daten, die jedem zugänglich sind, niederlegen. Eine wichtige Quelle zur Beurteilung der Stromversorgung in Deutschland ist SMARD, ein Portal, welches Strom- und Gas-Markt-Daten sammelt und visualisiert. Ich habe hier allerdings die Energy Charts der Fraunhofer-Gesellschaft als Basis meiner Überlegungen benutzt.

Es soll anhand dieser Werte überlegt werden, wie sinnvoll die Abschaltung – geplant: möglichst aller – konventionellen Kraftwerke ist und ob trotzdem eine sichere Energieversorgung in Zukunft möglich sein wird. Dabei werden zunächst nur Verbrauch, Stromerzeugung und Handel betrachtet. Die Tatsache, dass die erneuerbaren Energien zum Beispiel zu Instabilitäten in den Netzen beitragen, erörtere ich vielleicht später noch in einem separaten Beitrag. Und auch die Tatsache, dass grundlastfähige Erzeuger im Gegenzug die Netzstabilität sichern, werde ich hier zunächst nicht diskutieren.


Nettostromerzeugung 2018 … 2020 / 2025

Beispielhafte Betrachtung der 30. Kalenderwoche der Jahre.

Nettostromerzeugung DE 2018

2018

Nettostromerzeugung DE 2019

2019

Nettostromerzeugung DE 2020

2020

Nettostromerzeugung DE 2025

2025

Aus den Diagrammen ist zu erkennen, dass 2018 die Grundlast (größtenteils, vor allem auch nachts!) durch Atomenergie, Biomasse, Fließwasser, Braun- und Steinkohle und Erdgas gedeckt wurde. Der Verbrauch (schwarze Linie) bewegte sich zu allen Zeiten unterhalb der insgesamt selbst erzeugten Energie. Es war also möglich, Strom zu exportieren (siehe dazu auch den nächsten Abschnitt) und damit Einnahmen zu generieren. Importe fanden statt, um kurzzeitige Lücken zu decken oder weil der importierte Strom günstiger war.

Bereits 2019 verändert sich das Bild durch den Rückgang der Stromerzeugung aus Steinkohle, es kommt häufiger vor, dass der selbst erzeugte Strom den Bedarf nicht decken kann, Strom-Importe also zwingender werden.

Dieser Trend verstärkt sich ab 2019 deutlich, die Versorgungslücken werden größer und treten nun auch regelmäßig am Morgen und am Abend auf, bis wir 2025 schließlich nahezu immer eine Unterdeckung konstatieren müssen.

Deutschland kann also aktuell nicht mehr aus eigener Kraft seinen Energiebedarf decken (was es noch sieben Jahre zuvor konnte!), ist somit auf Importe aus den Nachbarländern angewiesen und dadurch natürlich auch in einem so wichtigen Punkt abhängig.

Stromhandel 2018 … 2020 / 2025

Beispielhafte Betrachtung der 30. Kalenderwoche der Jahre.

Stromhandel DE 2018

2018

Stromhandel DE 2019

2019

Stromhandel DE 2020

2020

Stromhandel DE 2025

2025

Anhand der hier gezeigten Diagramme des Stromhandels (positive Werte = Import, negative Werte = Export) erkennt man, dass sich durch die im vorigen Abschnitt betrachteten Verhältnisse natürlich auch die Handelsverhältnisse deutlich verändert haben: wurde 2018 noch überwiegend exportiert (zwischen 2 und 13 GW im betrachteten Zeitraum) und wenig importiert (in den Spitzen 6 GW), zeigt sich 2025, dass die Importe (meist täglich um die 10 GW und mehr in den Spitzen) die Exporte (im Mittel um die 3 GW) deutlich übersteigen.

Exportiert werden kann also nur noch, wenn (tagsüber bei Sonnenschein) deutliche (Solar-)Energieüberschüsse vorliegen. Da aber auch die Nachbarländer zunehmend Solarstrom erzeugen und damit in den Zeiten deutscher Überschüsse keinen Strom benötigen, sinkt der Verkaufswert, sogar in den Negativ-Bereich! Das heißt: Deutschland bezahlt zweimal — einmal, um seinen Energiebedarf zu decken und dann auch, um seine Überschüsse los zu werden.

Erschwerend kommen dabei noch die zunehmenden privaten Solaranlagen hinzu, die außerhalb der Steuermöglichkeiten der Stromerzeuger und Netzbetreiber betrieben werden und deren eingespeister Strom also notfalls exportiert werden muss.


Aus diesen Fakten möge nun jeder seine eigenen Schlüsse ziehen. Einen Denkanstoß möchte ich dennoch geben: Betrachtet man den Strommix der Länder, die den Strom für Deutschland vor allem liefern, kann man sich fragen, ob ein deutscher Ausstieg aus gewissen Stromerzeugungs-Möglichkeiten global (!) noch sinnvoll erscheint, wenn dann Strom eingekauft werden muss, der (auch) mittels eben dieser erzeugt wird (die Diagramme zeigen die 30. Woche 2025):

Nach wie vor ist das größte zu lösende Problem der erneuerbaren Energien ihre relativ instabile und gegebenenfalls schnell wechselnde Verfügbarkeit und die Tatsache, dass zum Beispiel Solarenergie nur tagsüber verfügbar ist. Wirtschaftliche Speichermöglichkeiten sind derzeit nicht absehbar (Pumpspeicher-Kraftwerke, die in diese Richtung gehen, oft aus Arten- und Naturschutz-Gründen nicht durchsetzber) und eine Betrachtung der Gesamt-Öko-Bilanz moderner Akkumulatoren wirft ebenfalls sozial-ökologische Fragen auf.

Natürlich wird weitere technische Entwicklung zumindest für einige der Probleme Lösungen bringen, es darf aber bezweifelt werden, dass diese so schnell und wirtschaftlich verträglich zur Verfügung stehen werden, wie es politisch gewünscht ist.

Hoffen wir aber auf das Beste!