Ist das Internet kostenlos?
4. November 2025
Viele Dienste, welche im Internet verfügbar sind, können kostenfrei genutzt werden. Gelegentlich muss für mehr Komfort oder mehr Information gezahlt werden, oft kommt man aber auch ohne dies zum Ziel — man denke nur an die Benutzung von Suchmaschinen oder Wissensdatenbanken (auch wenn bei deren Verwendung zum Teil Vorsicht geboten ist und gut geprüft werden muss, ob die Informationen verlässlich sind).
Wie ist das möglich? Mein Großvater sagte immer etwas flapsig: Als Mensch bekommst Du nix geschenkt, selbst der Tod kostet: das Leben. Und nicht nur das, wie jeder weiß, der schon mal eine Beerdigung organisieren musste. Gehen wir also mal davon aus, dass auf irgend eine Art und Weise doch bezahlt werden muss.
Wer erinnert sich nicht an diese nervigen Bilderrätsel, die lange Zeit gelöst werden mussten, um zu bestätigen, dass ein Mensch an der Tastatur (oder Maus) sitzt? Sie scheinen etwas aus der Mode gekommen zu sein, ich habe schon länger (Stand Anfang November 2025) keines mehr lösen müssen. Das war so genanntes Crowdsourcing, also eine Methode, eine möglichst große Gruppe Menschen freiwillig bestimmte Aufgaben lösen zu lassen. Nur: war das wirklich freiwillig? Wohl eher nicht, denn die Nichterfüllung hätte in aller Regel den Verzicht auf eine Information oder eine Dienstleistung bedeutet.
Nach meiner Empfindung steigt auch die Tendenz, immer mehr Daten „in der Cloud“ abzulegen (damit sie von überall zur Verfügung stehen). Wenn es sich dabei um unbezahlten Speicherplatz handelt, sei dem argwöhnischen Betrachter die Frage erlaubt, warum ein Unternehmen dies tut. Im Falle von Google muss man wohl nicht lange rätseln: für ein solches Unternehmen sind große Datenmengen von unschätzbaren Wert, denn auch eine anonymisierte Auswertung (sehen wir die Wahrung der Privatsphäre als gesetzt) bringt wertvolle Erkenntnisse.
Es sollte also – meiner Meinung nach – gründlich geprüft werden, wem man seine Daten anvertraut. Und noch etwas: Lösen wir uns von der Einschätzung, dass es ja nix kostet! Diese Daten liegen auf Speichermedien, die Strom verbrauchen. Und wenn das schon uns persönlich nichts kostet, so muss irgendwer den Strom bezahlen, um diese stetig wachsende Datenmenge vorzuhalten. Und das belastet die Umwelt!
Deshalb sollten nach meiner Überzeugung nicht aktuell benötigte Daten auf einen statischen Datenträger (CD, DVD, USB-Platte) verbracht und in der Cloud gelöscht werden. Will man anderen die Bilder des letzten Urlaubs zeigen, kann man diesen Datenträger mitnehmen oder schicken. Zusätzlich wird dadurch Datenverkehr reduziert, der ebenfalls Strom benötigt. Ja, das macht Mühe und widerspricht der Verheißung, alles zu jeder Zeit und überall zur Verfügung haben zu können! Aber ist letzteres wirklich nötig? Der Preis dafür ist wohl ziemlich hoch. Mich wundert, dass dieses Thema keine größere Rolle in der Klimadiskussion spielt …
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