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Mobilfunk und Strahlung – eine Richtigstellung

8. Juni 2025, akt. 29. Oktober 2025


Vorbemerkung


Bild von freepik

Zunächst einige Anmerkungen zu meiner Person:
Als Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik hörte ich meinem Studium „Physik / Elektronische Bauelemente“, welches ich in den Jahren 1973 – 1977 absolvierte, zunächst einen Physik-Grundkurs (also Mechanik, Wärmelehre/Thermodynamik, Elektrizitätslehre/Elektrik, Optik und Atom- und Kernphysik). Später wurden diese Kenntnisse in den Fächern „Bauelemente-Physik“ und „-Chemie“ sowie „Elektrotechnik“ und zahlreichen anderen noch vertieft.
Ich schicke das voraus, um dem geneigten Leser zu zeigen, dass die nachfolgenden Ausführungen auf einer soliden Basis fußen.

Und: ich schreibe das hier auf, weil mir immer wieder merkwürdige Ansichten von diesen Dingen begegnen, die dadurch vielleicht für den ein oder anderen in die richtigen Bahnen gelenkt und in den korrekten Kontext gestellt werden können.

Etwas Physik: Elektromagnetische Wellen versus Strahlung

Wegen der Dualität elektromagnetischer Wellen werden diese – je nach Kontext oder Betrachtungsweise – als „Wellen“ oder „Strahlung“ bezeichnet, wobei der zweite Begriff ausschließlich dann verwendet wird, wenn dabei hohe Energie und Teilchen transportiert werden, wie das bei UV-, Röntgen-, oder der radioaktiven Gamma-Strahlung der Fall ist. Solche Strahlungen (Wellen) haben die Fähigkeit, Atome und Moleküle zu ionisieren, also Materie zu verändern. Deshalb unterscheidet man zwischen nicht ionisierender Strahlung und ionisierender Strahlung.
Das ist auch der Grund, warum für uns der Begriff „Strahlung“ vor allen Dingen negativ belegt ist: solche elektromagnetischen Wellen sind wegen ihrer hohen Energie für Lebewesen in entsprechend hoher Dosis (!) gefährlich, können (auch krankhafte) Veränderungen hervorrufen, kurzum: diese sind möglichst zu meiden!

Also: Funkwellen sind keine Strahlung!

Elektromagnetisches Spektrum

Schauen wir uns nun das elektromagnetische Spektrum an. Ein Blick auf die Spalte „Photonenenergie“ zeigt, dass Dezimeterwellen (Mobilfunk, Bluetooth, WLAN) im Bereich von ca. 1,2 µeV bis 12 µeV (0,0000012 eV … 0,000012 eV – Elektronenvolt) liegen, UV-Strahlung (also dort, wo es beginnt, gefährlich zu werden – wobei das aber auch immer von der Dosis oder der Zeit der Einwirkung abhängt!) beginnt bei 3,26 eV. Das ist rund 271.667 mal soviel wie die Obergrenze der Dezimeterwellen. Um es sich vielleicht vorzustellen zu können: wenn die Wellen des Mobilfunks durch einem Stecknadelkopf (1,8 mm) symbolisiert werden, ist die UV-Strahlung eine Kugel von einem halben Kilometer Durchmesser. Klingelt es schon?

Natürliche und künstliche Strahlung

Alles auf unserer Erde ist permanent natürlichen Strahlungen ausgesetzt. Dazu gehören (Quelle: Bundesministerium für Strahlenschutz (BfS)):

  • Aufnahme radioaktiver Stoffe durch Atemluft und Nahrung
  • Äußere Strahlenexposition durch kosmische und terrestrische Strahlung
    • kosmische Strahlung (ca. 50%)
    • terrestrische Strahlung

Gegen diese Strahlung können wir uns praktisch nicht schützen, was aber auch unnötig sein dürfte (ausgenommen Menschen, die besonders sensibel dafür sind), denn dies ist unser natürlicher Lebensraum, dem wir angepasst sind.

Alle Dispositionen aus künstlichen Quellen erhöhen natürlich diese „Strahlen-Belastung“ und hier kann es durchaus sinnvoll sein – auch wenn es sehr wahrscheinlich nicht schädlich ist! – für eine Minimierung zu sorgen. Oft geht das meines Erachtens nur auf Kosten der Bequemlichkeit oder des Komforts, wie die folgenden Beispiele moderner Geräte zeigen mögen (die alle – siehe elektromagnetisches Spektrum – über Dezimeterwellen betrieben werden, nämlich mittels Funk, WLAN oder Bluetooth).

  • Schnurloses (Festnetz-)Telefon (O.K.: Telefone mit „Strippe“ dürften heutzutage nur mühsam zu beschaffen und zu betreiben sein! 😎)
  • Bluetooth-Kopfhörer statt drahtgebundener Kopfhörer
  • Funktastatur, Funkmaus statt drahtgebundener Bedienteile
  • WLAN für das Notebook statt eines Netzwerkkabels zum Router
  • die Smartwatch am Handgelenk
  • das Mobiltelefon ständig in einer Tasche der Kleidung, also auch direkt am Körper
  • diverse „Segnungen“ des SmartHome – weil's so schön bequem ist

Bei all diesen Dingen darf man sich tatsächlich fragen, ob sie (immer) notwendig sind oder das eine oder andere …

Aber das entscheidet glücklicherweise jeder für sich, nur sollte es im Hinterkopf präsent sein, wenn man über derartige Dinge diskutiert: manchen, möglicherweise belastenden, Einflüssen setzen wir uns freiwillig selbst aus.


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Weiterlesen:

Kritik an allen vier Quellen: Obwohl die Inhalte ausnahmslos Unbedenklichkeit bescheinigen, wird auch hier von „Strahlung“ gesprochen.


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