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Digitalisierung alten Schriftguts

Digitalisierung von (altem) Schriftgut ist seit Jahren ein großes Thema, dem sich vor allem Bibliotheken widmen und dafür viel Arbeit und Geld investieren.

Im Unterschied zur digitalen Aufbewarung und Verarbeitung z.B. von Zahlungsbelegen geht es dabei in erster Linie um eine Option, die alten Schriften auf lange Zeit zu „konservieren“ (man denke dabei z.B. an Zeitungen, deren langfristige Lagerung und Nutzung sehr schwierig ist!), aber natürlich spielt auch die Möglichkeit weltweiten, zeitlich uneingeschränkten Zugriffs eine bedeutende Rolle. Damit ist der zweite Schritt – die Präsentation der Digitalisate – benannt. Dabei geht es darum, diese in möglichst benutzerfreundlicher Form darzubieten. Und hier kommt die Erschließung der Texte mittels OCR (Optical Character Recognition) bzw. HCR (Handwritten Character Recognition) ins Spiel. Die Texterschließung bringt aufgrund der Durchsuchbarkeit einen großen Gewinn. Da die technischen Möglichkeiten in diesem Bereich sich rasant entwickeln (neuronale Netze, Künstliche Intelligenz, können zunehmend bessere Ergebnisse erzielt werden.

Faksimile Einband Tagebuch   Faksimile Tagebuchseite


Faksimile Tagebuchseite   Faksimile Tagebuchseite

Aber auch für private Projekte kann das alles interessant sein. Besonders, wenn es sich um Schriften handelt, die noch in alten Schriftarten (Kurrent, Sütterlin) verfasst sind, spielt auch besonders eine Transkription des Textes eine große Rolle. Heutzutage schrumpt die Zahl der Menschen, die diese Schriften noch lesen können, drastisch!

Im hier beschriebenen Projekt werden acht Tagebücher mit insgesamt ca. 1000 Seiten eines Zeitzeugen aus der Zeit von 1900 bis 1939 digitalisiert und im Volltext erschlossen.

Für die Texterkennung (HCR – siehe oben) wird Transkribus von READ-COOP SCE aus Innsbruck genutzt.


Besonders interessant erschient ein Zeitungsartikel, der sich ebenfalls in einem der Tagebücher fand:


Ein 70jähriger erschlug die ungetreue Geliebte
Am 5. August 1939 wurde die Ehefrau Ottilie Otto schwerverletzt auf der Straße aufgefunden. Sie wurde dem Altenburger Krankenhaus zugeführt, wo sie ihren Verletzungen erlegen ist. Anfänglich wurde angenommen, sie sei mit ihrem Fahrrad gestürzt. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß die Otto in ihrer Gartenlaube mit einem Beil niedergeschlagen worden war und sich nach stundenlanger Bewußtlosigkeit auf die Straße geschleppt hatte wo sie schließlich aufgefunden wurde. Der Verdacht richtete sich gegen den 70 Jahre alten Krämer, der mit der Otto ein Liebesverhältnis unterhalten hatte.
Krämer wurde in Zwickau verhaftet; er gestand die Tat ein. — Der Schlußakt zu dieser Bluttat spielte sich vor der Srafkammer des Landgerichts Altenburg ab, die den Rentner Krämer wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge zu einem Jahr Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt.
Es handelt sich bei dem Angeklagten um einen unvor- beraften und unbescholtenen Menschen, der in glücklicher Ehe lebte und am 1. September die Goldene Hochzeit hätte feiern können. Er hatte im Jahre 1937 die Bekanntschaft mit der damals 35 Jahre alten Frau Ottilie Otto, einer Mutter von sechs Kindern gemacht. Die Tote war ein durchaus unsozialer Mensch und führte einen unsittlichen Lebenswandel. Krämer begann mit ihr ein Liebesverhältnis. Als er feststellen mußte, daß in der Laube, in der sie sich trafen, auch andere Männer emfangen wurden, kam es zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf Krämer plötzlich von einer unbändigen Wut übermannt wurde. Er ergriff ein Küchenbeil und schlug auf die Otto ein. Dann flüchtete er völlig verstört und wollte Selbstmord begeen. Das Gericht erkannte dem Angeklagten mildernde Umstände zu.

Ein Jahr Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft für Totschlag!
Wie würde in einem solchen Fall heute geurteilt werden?

Faksimile Zeitungsausschnitt

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